Rumbula

Rumbula ist ein Stadtteil mit einem Kiefernwäldchen der lettischen Hauptstadt Riga. In Riga gab es bereits ein überfülltes Ghetto, dennoch mußte es weitere deportierte Juden aus Deutschland aufnehmen. Um Platz zu schaffen befahl Himmler die jüdischen Bewohner zu töten.

Am 30. November 1942 erschossen 300 deutsche Polizisten und SS-Männer, unterstützt von 500 lettischen Hilfspolizisten, 15.000 (fünfzehntausend!) lettische Juden und 1.053 Juden aus Berlin. 

Am 8./9. Dezember wurden noch einmal 12.500 (zwölftausendfünfhundert!) Menschen erschossen und in Gruben, welche von russischen Kriegsgefangen ausgehoben wurden, verscharrt. 

Frida Michelson überlebte das Massaker nur, weil sie sich tot stellte und das Wachpersonal unaufmerksam war. Eine der ganz wenigen Überlebenden.

Ihre Geschichte gab sie nach dem Krieg zu Protokoll. Daraus ist dann dieses Buch entstanden. Es schildert ihr Leben im Ghetto und ihr Überleben. Es liegt vor mir, ich bin aber noch nicht bereit es zu lesen. Es ist ein wichtiges Buch für mich.

Frieda Michelson
Ich überlebte Rumbula
Europäische Verlagsanstalt
Hamburg 2020

Olfaktorischer Overkill

Reinigung

Es singt ein Lied von Felix Mendelmaier
Der lange Lieutenant mit dem Ordensbändel.
Das alte Fräulein brütet Rätseleier,
Besorgt den Thee und duftet nach Lavendel
»O Isis« baßt der Rath, der liebe Schreier.
Weh mir, wie langsam schwingt der Abendpendel.
Zu Ende. Gott sei Dank. Ich atme freier,
Und bade mich daheim in Bach und Händel.

Quelle:
Detlev von Liliencron: Adjudantenritte und andere Gedichte, Leipzig 1883,
Lizenz: Gemeinfrei
 
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Aufgewacht

Die Wächterin von Pandoras Zisterne scheint ihre Aufgabe nicht allzu ernst zu nehmen.

Haben wir ihr den ganzen Schlamassel zu verdanken?

Übrigens: Wer dieses Wochenende in Berlin mitläuft, ist ein Nazi. Punkt.

(Update um 10:35 Uhr: wie ich gerade höre, wurde die Demo vom Senat endlich verboten, aber da kommt sicher noch was nach, also wachsam bleiben)

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Kriegskinder / Kriegsenkel

Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben. Es gibt ja mittlerweile viel Literatur über dieses Thema, welches uns wohl nie verlassen wird. Die Kriege hören ja nie auf. Aber keines ist so persönlich und verständlich wie dieses.

Der Inhalt kurz ins Stichpunkten

  • Die Traumatas der Großeltern & Eltern und was sie in den
    Seelen der nachfolgenden Generationen anrichten können
  • Ein kurzer, allgemeinverständlicher Einblick in die Neuroepigenetik
  • Die Spurensuche des Autors und seines Vaters in Belarus und die ewige Frage,
    war Opa ein Kriegsverbrecher, hat er Schuld auf sich geladen und diese dann
    weitergegeben? Die Kapitel über „Weissrußland“ sind momentan besonders
    aktuell, vermitteln sie doch einen kurzen aber interessanten Einblick in das
    Denken und die Gefühle der dortigen Bewohner. Belarus (so sollten wir des
    nennen) litt ja als ehemaliger Sowjetstaat mit am meisten unter den
    verbrecherischen Handlungen der deutschen Invasoren.

Für mich ein wichtiges Buch.

Es gibt dazu auch einen langen Film, eine DVD mit Bonusmaterial und eine Internetseite. Aber guugeln könnt ihr ja alle.
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Das Buch:
Sebastian Heinzel
Der Krieg in mir
Welche Spuren haben die Erfahrungen der Kriegsgeneration in uns hinterlassen?
Kamphausen Media GmbH, Bielefeld 2020

Füllfederhalter

Die Fülle der Füller
Meine Füller füllen selten weiße Seiten mit Gefühlen.

Einfälle haben sie nicht
Autokorrektur auch nicht
Kratzen dürfen sie nicht
Aber inspirierend sind sie schon
Zumindest ihr Anblick

Darum schreiben sie oft nur:
Einkaufszettel
Bücherlisten
Natürlich Bücherlisten
Eigentlich sind es ja keine Listen,
denn jedes Buch, welches mein Interesse weckt,
erhält ein eigenes Blatt in einem alten Timer

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