Morgen am Ufer

Wie der See so lachend ruht!

Nicht ein Wellchen siehst du wallen.

Gleich smaragdenen Kristallen

Hellgeschliffen glänzt die Flut.

Bis zum tiefsten Grund hinab

Die erstaunten Augen gleiten.

Ihre stummen Heimlichkeiten

Lauschest du den Fischen ab.

Leise atmend ruht dein Herz

In der Morgenluft, der lauen,

Auch im Busen magst du schauen

Wie ein Spiel nur Lust und Schmerz;

Während dir zu Häupten sacht

Schwirrt im Ulmenbaum die Grille

Und der Wohlklang dieser Stille

Offnen Augs dich träumen macht.

Paul Heyse

© mannigfaltiges

© mannigfaltiges

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3 Kommentare zu “Morgen am Ufer

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