Siesta

Lieb, o lieb war die Nacht
Mitten am hellen Tag,
Als wir die Läden geschlossen,
Als durch die schützenden Sprossen
Goldige Dämmerung brach.

Kühl, o kühl war der Saal,
Drinnen die Welt uns verging,
Da wir in seligem Schmachten
Wandelten, flüsterten, lachten,
Bis uns der Schlummer umfing.

Süß, o süß war der Traum,
Herz am Herzen geträumt!
Über uns schwebend im Kreise
Flattert‘ ein Schmetterling leise,
Dunkel die Schwingen umsäumt.

Paul Heyse
(1830 – 1914)

© mannigfaltiges 2015.03

© mannigfaltiges 2015.03

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4 Kommentare zu “Siesta

  1. Ja, hallo erst mal:
    (Hab über Zeilentiger hier her gefunden. Interessante Funde.)

    Hm, und dann gehts ausgerechnet auch noch um Kastanien…..Gedichte kannte ich von Heyse noch gar nicht. Aber viele seiner Novellen mag ich sehr.

    • Freundlichst zurückgehallot.
      Schön, wenn du etwas neues hier findest – das freut mich sehr.
      Ich hab Heyse auch erst vor ein paar Jahren entdeckt. Bis dahin war es nur eine Unterführung in M für mich.

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