Ein Baum – ohne Wanderer

Der Wanderer

2. Fassung

Immer lehnt am Hügel die weiße Nacht,
Wo in Silbertönen die Pappel ragt,
Stern‘ und Steine sind.

Schlafend wölbt sich über den Gießbach der Steg,
Folgt dem Knaben ein erstorbenes Antlitz,
Sichelmond in rosiger Schlucht

Ferne preisenden Hirten. In altem Gestein
Schaut aus kristallenen Augen die Kröte,
Erwacht der blühende Wind, die Vogelstimme des Totengleichen
Und die Schritte ergrünen leise im Wald.

Dieses erinnert an Baum und Tier. Langsame Stufen von Moos;
Und der Mond,
Der glänzend in traurigen Wassern versinkt.

Jener kehrt wieder und wandelt an grünem Gestade,
Schaukelt auf schwarzem Gondelschiffchen durch die verfallene Stadt.

Georg Trakl
1887 – 1914

Bildschirmfoto 2015-05-04 um 15.12.05

Kein Wanderer, keine Pappel, kein Mond und auch sonst fehlt so einiges…aber die Stimmung passt, glaube ich.

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2 Kommentare zu “Ein Baum – ohne Wanderer

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