In einem alten Garten

Resedaduft entschwebt im braunen Grün,
Geflimmer schauert auf den schönen Weiher,
Die Weiden stehn gehüllt in weiße Schleier
Darinnen Falter irre Kreise ziehn.

Verlassen sonnt sich die Terrasse dort,
Goldfische glitzern tief im Wasserspiegel,
Bisweilen schwimmen Wolken übern Hügel,
Und langsam gehn die Fremden wieder fort.

Die Lauben scheinen hell, da junge Frau’n
Am frühen Morgen hier vorbeigegangen
Ihr Lachen blieb an kleinen Blättern hangen,
In goldenen Dünsten tanzt ein trunkener Faun.

Georg Trakl
1887 – 1914

@ e.a.brokans 2015.05

@ e.a.brokans 2015.05

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20 Kommentare zu “In einem alten Garten

  1. Märchenhaft, mit einem leichten Dreh ins Abgründige – irr kreiselnde Schmetterlinge… Ist Blauregen nicht übrigens ein giftiger Schmetterlingsblütler? (Und ist nicht gerade das eine besondere Art von Schönheit, in der ein bisschen Verhängnis lauert? Trakl halt – schön!)

    • Goldregen, Blauregen ,Maiglöckchen etc…wenn ich mich so umsehe ist fast der ganze Garten mehr oder weniger toxisch (aber wie schon Theophrastus Bombastus meinte: alles ist Gift…)
      Aber wie Du erwähnst ist gerade diese Art von Schönheit besonders verlockend. Genauso wie die Morbidität des Verfalls seinen eigenen Reiz hat.
      Das Trakt-Gefühl halt 😉

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