Ein Admiral auf der Durchreise

Natürlich handelt es um keinen maritimen Popanz, sondern um einen Tagfalter gleichen Namens aus der Familie der Edelfalter. Jedes Jahr, im Herbst, kommen sie zu dutzenden von Norden und stärken sich an den Blüten des Efeus, bevor sie Richtung Süden weiterziehen oder gleich hier überwintern.

Herr Schlegel beschrieb allerdings in seinem Gedicht vermutlich keinen Schmetterling, sondern eher seine eigene Flatterhaftigkeit oder zumindest einen Frauenhelden. Oder wie sagt man heute – „Womanizer“.

Schmetterling

Wie soll ich nicht tanzen?
Es macht keine Mühe;
Und reizende Farben
Schimmern hier im Grünen.
Immer schöner glänzen
Meine bunten Flügel,
immer süßer hauchen
Alle kleinen Blüten.
Ich nasche die Blüten,
Ihr könnt sie nicht hüten.

Wie groß ist die Freude,
Sei’s spät oder frühe,
Leichtsinnig zu schweben
Über Tal und Hügel.
Wenn der Abend säuselt
Seht ihr Wolken glühen;
Wenn die Lüfte golden,
Scheint die Wiese grüner.
Ich nasche die Blüten,
Ihr könnt sie nicht hüten.

Friedrich Schlegel

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Der Duden von 1962:

Schlegel, Friedrich von. *1772, +1829 […] dt Dichter; Theoretiker u. Programmatiker der Romantik, derern Kunstprinzipien er in genialen und geistvollen Aphorismen (Poesie als alles durchdringenden magische Kraft, Ironie als freies Spiel des Geistes formulierte […]

 

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3 Kommentare zu “Ein Admiral auf der Durchreise

  1. ein Ü-Gedicht wie „Übung“, vermutlich. Der Schmetterling ist eindrucksvoll mit seinem großen Leib und dem gerundeten Rot seiner Admiralsstreifen.

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