Chrysanthemen

Ich träume dir nach …

Und immer bin ich so von dir ergriffen
im Allertiefsten und für alle Zeiten!
Du gingst … Ich träum‘ dir nach … Mir glänzt dein Gleiten
ganz nah, wie heimlich in mein Glas geschliffen.

Ich sehe dich die weißen Glieder breiten
wie Möwen ihr Gefiedert über Schiffen;
und plötzlich hab ich meinem Hund gepfiffen
und singe ihm von deinen Zärtlichkeiten.

Von unten zuckt aus Zoten Biergekreische,
und auf der Straße fließen zwei und zwei
sich immer wieder in die fahlen Fleische.

Verfänglich hinter Fenstern schaukeln Schemen,
und Katzen schrillen Liebesraserei. –
Ich träum‘ dir nach … und sink‘ in Chrysanthemen …

Max Herrmann-Neiße (1886-1941)

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s