Herbstlied

…und damit ist das Thema „Herbst“ durch – zumindest für mich und für heuer.

Chanson d’automne

Les sanglots longs
Des violons
De l’automne
Blessent mon coeur
D’une langueur
Monotone.

Tout suffocant
Et blême, quand
Sonne l’heure,
Je me souviens
Des jours anciens
Et je pleure

Et je m’en vais
Au vent mauvais
Qui m’emporte
Deçà, delà,
Pareil à la
Feuille morte

Paul Verlaine

Zugegeben, ich habe keine Ahnung was mir Herr Verlaine damit sagen will. Meine rudimentären Französischkenntnisse reichen nur für Küche und Bett – beim letzteren meine ich natürlich das Prozedere des Übernachtens in einem fremden Land.

Somit musste ich Herrn Stefan George – den ich sonst gerne meide – bemühen, mir das Lied verständlich zu machen.

Hier seine Version (ja, ich weiß, es gibt auch noch andere – aber was soll’s):

Herbstlied

Seufzer gleiten
Die saiten
Des herbsts entlang
Treffen mein herz
Mit einem schmerz
Dumpf und bang.

Beim glockenschlag
Denk ich zag
und voll peinen
An die zeit
Die nun schon weit
Und muss weinen.

Im bösen winde
Geh ich und finde
Keine statt…
Treibe fort
Bald da bald dort –
Ein welkes blatt.

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

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10 Kommentare zu “Herbstlied

  1. Verlaine, starke Sprache, aber halt sehr französisch.
    Ein starkes Gedicht.
    Mein Französisch ist auch zu dünn.
    Deshalb:
    Auch wenn es ziemlich mühsam ist, ich hab den Text kopiert und in Google.de in der Suchzeile eingegeben.
    Aus der Liste der Resultate die Website verlaineexplique.free.fr/…
    dann mit google translate aufgerufen, gabs ne Menge Denkanstöße, wenn natürlich die Übersetzung stark zu wünschen übrig lässt. immerhin.
    und echt impressionistisch sowieso.

    https://translate.google.de/translate?hl=de&sl=fr&u=http://verlaineexplique.free.fr/poemesat/chanson.html

  2. Verlaines Gedichte sind fast nicht zu übersetzen, da sie von Alliteration (im Beispiel Buchstabe L in der ersten und V in der dritten Strophe) sowie anderen lautmalerischen Mitteln leben. Das bekannteste ist wohl „il pleure dans mon coeur comme il pleut sur da ville, quelle est cette langueur que penetre mon coeur“ (Ö und L Laute). George hat dennoch die Stimmung ganz gut wiedergegeben.

    • Ich glaube gute Gedichte lassen sich eh schwer übersetzen, höchstens gekonnt nachdichten. Im Netz findet sich eine Version, die ist so richtig trivial.
      Und vielen Dank für Deine interessante Information!

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