Morgen am Ufer

Wie der See so lachend ruht!
Nicht ein Wellchen siehst du wallen.
Gleich smaragdenen Kristallen
Hellgeschliffen glänzt die Flut.

Bis zum tiefsten Grund hinab
Die erstaunten Augen gleiten.
Ihre stummen Heimlichkeiten
Lauschest du den Fischen ab.

Leise atmend ruht dein Herz
In der Morgenluft, der lauen,
Auch im Busen magst du schauen
Wie ein Spiel nur Lust und Schmerz;

Während dir zu Häupten sacht
Schwirrt im Ulmenbaum die Grille
Und der Wohlklang dieser Stille
Offnen Augs dich träumen macht.

Paul Heyse

Photo © e.a.brokans

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2 Kommentare zu “Morgen am Ufer

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