Aufruhr eines einsamen Baumes

Hinter der Mauer im Hofe
Hebt der einsame Baum
Zu den Lüften flehende Arme
Und stöhnt und wimmert:
»Nehmt mich mit!
Reißt mich aus!
Fort aus steinerner Wüste,
Aus dumpfigen Kerkermauern
Hinaus ins himmlische Freie
Zu sonnefrohen Geschwistern!

Bruno Wille 

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Bruno Wille, geboren 1860 in Magdeburg, war Philosoph, Journalist und Schriftsteller, er gehörte einer freireligiösen Gemeinde an. Zeitweise in deren Vorstand und mehrmals verhaftet, wurde er 1897 in Graz wegen „Verbreitung von Unglaubens“ interniert. Er gründete u.a. die Freie Volksbühne, später dann die Neue Freie Volksbühne mit dem Ziel dem „einfachen Arbeiter aus dem Volke“ das Schauspiel nahezubringen. 1928 starb er auf Schloss Senftenau bei Lindau / Bodensee.

Das obige Zitat ist die letzte Strophe des Gedichtes „Aufruhr“ und jenes ist vollständig u.a. bei Zeno.org zu finden.

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4 Kommentare zu “Aufruhr eines einsamen Baumes

  1. Wahrlich ein Gleichnis.
    Ich staune immer wieder, wie symbolhaft man menschliche Gefühle und Erschütterungen mit Bildern aus der Natur untermalen kann.
    Und schon sind wir solidarisch mit dem einsamen Baum, der auch jede/n von uns verkörpern kann…
    Lieben Gruss in den sonnigen Tag,
    Brigitte

    • Erst war das Bild, ich knipste es am Freitagmorgen. Dass es dann auch noch eine genau passendes Gedichtstrophe dazu gab, hat mich selber erstaunt.
      Beste Grüße,
      Erich

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