Der Perlenkranz

Ein Kränzlein möcht‘ ich sehen
Gewunden um dein Haupt,
Nicht bunt von Sommerblumen,
Nicht immergrün belaubt.

Von hellen, weißen Perlen
Soll es geflochten sein:
Durch deine schwarzen Locken
Fließ‘ es wie Sternenschein.

Neige dein Haupt, du Liebe,
Lös‘ auf dein langes Haar!
Kennst du die Perlenkrone,
Durchsichtig, wasserklar?

Bebt Ahnung dir im Herzen?
O glaube, was sie spricht.
Laß auf dein Haupt mich weinen:
Tauft denn die Thräne nicht?

Johann Ludwig Wilhelm Müller, 1794 – 1827

Photo © e.a.brokans

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6 Kommentare zu “Der Perlenkranz

  1. Zum Weinen schön muss die Liebe schon immer gewesen sein!
    Und die Blumen sind dann einfach schmückendes Beiwerk.
    Dieses Angebot in Wort und Bild nehme ich gerne mit in den Sommertag.
    Lieben Gruss,
    Brigitte

  2. Perle eines Gedichtes das ich noch nicht kannte. Danke für diesen Fund und die Pfingstrose ist ein zusätzliches Gedicht. Regenhimmeltrübensonntagsgruss,Karin

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