Lied im Herbst

Wie Krieger in Zinnober
Stehn Bäume auf der Wacht.
Ich taumle durch Oktober
Und Nacht.

Blut klebt an meinem Rocke.
Mein Weg ist weit und lang.
Des Tales dunkle Glocke
Verklang.

Auf einem schwarzen Pferde
Reit ich von Stern zu Stern.
Die Sonne und die Erde
Sind fern.

Ich bin von vielen Winden
Zu Gott emporgereicht.
Werd ich den Frühling finden?
Vielleicht …

Klabund
(eigentl. Alfred Henschke)
1890 – 1928

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

 

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13 Kommentare zu “Lied im Herbst

  1. Lieber Erich!
    Ein schönes Gedicht! Klabund liebe ich auch sehr. Nur leider scheint er, wie so viele andere Dichter, ein wenig in Vergessenheit geraten. Schön, dass er hier zu finden ist! 🙂
    Herzliche Herbstgrüße
    Mallybeau

    • Da hast Du recht, viele Dichter der Jahrhundertwende werden langsam vergessen. Leider wurden viele durch Kriegseinflüsse nicht sehr alt, so das ihre Werke überschaubar blieben. Aber Klabund ist doch noch einer den man etwas häufiger begegnet. Allerdings sehe ich es vermutlich auch nicht objektiv, da ich mich für jene Zeit (Jahrhundertwende/Weimarer Zeit) ziemlich interessiere.
      LG Erich

  2. Da passen Bild und Text mal wieder wunderbar zusammen. „Krieger in Zinnober“ – ja so kann man diese Baumreihe sehen.
    Und immer hoffen wir alle, den nächsten Frühling unbeschadet zu erreichen…
    Lieben Abendgruss,
    Brigitte

  3. Lieber Erich! Danke für dies und all die anderen wunderbaren Gedichte, die Du mir zu lesen gabst. Ohne Dich hätte ich nicht oder nicht wieder gelesen. Deine Gedichte begleiten mich durch den Tag. Sonnige Grüsse aus dem Norden Ruth

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