Siehst du das Meer?

Siehst du das Meer? Es glänzt auf seiner Flut
Der Sonne Pracht;
Doch in der Tiefe, wo die Perle ruht,
Ist finstre Nacht.

Das Meer bin ich. In stolzen Wogen rollt
Mein wilder Sinn,
Und meine Lieder ziehn wie Sonnengold
Darüber hin.

Sie flimmern oft von zauberhafter Lust,
Von Lieb‘ und Scherz;
Doch schweigend blutet in verborgner Brust
Mein dunkles Herz.

Emanuel Geibel
1815 – 1884

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Advertisements

3 Kommentare zu “Siehst du das Meer?

  1. Ja, die Tiefen der Seele und des Ozeans.
    Sie bergen viel, was nie an die Oberfläche gelangt…

    Lieben Sonntagsgruss vom Festland,
    Brigitte

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s