Fundsache

Der Vergeß

Er war voll Bildungshung, indes,
soviel er las
und Wissen aß,
er blieb zugleich ein Unverbeß,
ein Unver, sag ich, als Vergeß;
ein Sieb aus Glas,
ein Netz aus Gras,
ein Vielfraß –
doch kein Haltefraß.

Christian Morgenstern

Foto © E.A.Brokans

Das Blatt einer Rosenblüte – gepresst.
Vergessen im Buch des Herrn Morgenstern.
Das Singen der Galgenlieder brachte es wieder ans Licht.
Mitsamt den aufkeimenden Erinnerungen.
Justament als Monsieur Ravel seine Pavane spielte.

 

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10 Kommentare zu “Fundsache

  1. Lieber Erich, ach, wie wunderbar heute Morgen diesen schönen Beitrag zu lesen!
    Das Gedicht von Morgenstern ist ja wohl der Hammer! Und Ravel auch!
    Das lässt mich wieder einmal zum, von Dir geschenkten, schmalen Bändchen greifen. Danke! 😊
    Liebe Grüße, Petra

  2. Glücksmomente, dem Zufall verdankt, ich liebe sie und dieses Blatt in seiner Farbintensität ist zauberhaft. Der Vergess begleitet mich täglich,oft vergesse ich, was ich vergessen habe, heiliger Pardauz 🤗lieber Gruss in die Galgenliederklause, Karin

    • Pardauz (mag das Wort) und Schockschwerenot (dito)!

      Schon der Volksmund döchtete:
      Vergessen ist keine Zier,
      aber das wiederfinden, ein Pläsier (noch so’n L-wort).

      In diesem Sinne: harren wir der Dinge, die sich wieder finden.
      LG Erich

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