Europens Bücher

Korf ist fassungslos und er entflieht,
wenn er nur Europens Bücher sieht.

Er versteht es nicht, wie man
zentnerschwere Bände leiden kann.

Und ihm graut, wie man dadurch den Geist
gleichsam in ein Grab von Stoff verweist.

Doch der Europäer ruht erst dann,
wenn er ihn in Bretter „binden“ kann.

Christian Morgenstern

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23 Kommentare zu “Europens Bücher

  1. Da kommen mir so etliche Buchrücken sehr bekannt vor -:))) ist es ein Teil Deines Bücherreiches?
    Darf ich mit noch einem Korf ergänzen?

    Die Brille

    Korf liest gerne schnell und viel;
    darum widert ihn das Spiel
    all des zwölfmal unerbetnen
    Ausgewalzten, Breitgetretnen.

    Meistens ist in sechs bis acht
    Wörtern völlig abgemacht,
    und in ebensoviel Sätzen
    läßt sich Bandwurmweisheit schwätzen.

    Es erfindet drum sein Geist
    etwas, was ihn dem entreißt:
    Brillen, deren Energieen
    ihm den Text – zusammenziehen!

    Beispielsweise dies Gedicht
    läse, so bebrillt, man – nicht!
    Dreiunddreißig seinesgleichen
    gäben erst – Ein – – Fragezeichen!!

    • Ja, das ist mein „dieseBüchernochmalanschauenunddanneinsortierenRegal“. Auf jeden Fall dasjenige mit den meisten Veränderungen (Es sind ja nach unten hin noch 2 Bretter bestückt 😉 )
      Und: Korf geht immer!

  2. Bei der ersten Zeile dieses Gedichts, musste ich sofort an Wilhelm Busch denken: „Knopp begibt sich weiter fort. Bis an einen andern Ort“ (Abenteuer eines Junggesellen). Morgenstern und Busch waren ja Zeitgenossen. Durchaus denkbar, dass sich Einflüsse bemerkbar machten.
    Das Regal gefällt mir. Sieht ganz ähnlich aus wie bei mir – mit all dem, was so vor den Büchern untergebracht wird. 🙂

          • Rate mal, wer noch! Und dann werden meine Bilder auch noch unscharf. Ein Grund mehr, über einen Waffenschein nicht mal nachzudenken. 😉

            • Wie tröstlich zu lesen; ich weiß auch nicht, wer da immer wackelt, dass bei mir alles unscharf wird -:))) Im übrigen ärgern mich diese Possen der Verlage, dass immer die Rückseite des Buches nach oben liegt, wenn ich sie zum liegenden Einsortieren ordne und den Titel nicht auf dem Kopf lesen möchte. Bei manchen Buchstaben des Alphabetes reicht die vorgesehene Reihe nie aus und die Neulinge müssen dann notgedrungen liegen.
              Unser Treiben um unsere Bücher würde ein ganzes eigenes Buch mit Geschichten füllen.-:))

              • Aber sicher. Und dann noch der interessante Aspekt, nach welchen Kriterien Menschen ihre Bücher sortieren.
                Die einzigen Bücher, die bei mir völlig systemlos im Regal stehen, sind die 50 Sonderausgaben der Süddeutschen. Die stehen nummeriert, statt dort zu landen, wo andere Werke des Autors oder Genres stehen.

    • Sorry, es wird wohl noch etwas dauern.
      Ich war jetzt 4 Wochen in der Klinik (keine Sorge, alles wird gut), und ich muss erst wieder in den Alltag zurückfinden. Momentan habe ich auch noch andere Prioritäten.
      Eiskalte Wintergrüße (Schnee, -6 Grad) zurück!
      Erich

      • Oh, gute Besserung weiterhin – ich hatte es schon fast befürchtet. Freue mich wenn ich wieder durch Dich an längst Vergessenes?!? erinnert werde. Aber das Wesentliche sortiert nach Wichtig und/oder Dringend zu erst. Hier wird es wärmer – 12 Grad heute Nacht. Aber die Sonne scheint. Herzliche Grüße Ruth

  3. Hi,
    kommt drauf an, wie man „Ordnung“ definiert. Die Ärzte sagen es wäre soweit alles in Ordnung. Nach 4 Wochen Klinik (schlimmer Fuß) und langsamer (aber doch fortschreitenden) Rekonvaleszenz, bin ich manchmal etwas anderer Ansicht, Geduld ist ja nicht so meine Stärke. Aber es wird. Ich hatte zwar viel Zeit zum Nachdenken, aber keine Lust zum bloggen – jetzt irgendwie auch noch nicht.
    Mal schaun, wann – und ob – es mich wieder drängt.
    LG Erich

    • Lieber Erich. Vier Wochen Krankenhaus??? Ich fasse es nicht. Ich habe es zweimal exakt drei Tage geschafft. Das erste Mal bin ich abgehauen (Autsch, das gab natürlich Ärger), das zweite Mal wurde ich entlassen (der Arzt meinte schief grinsend, vor fünf Jahren noch sei ich zu diesem Zeitpunkt gerade mal von der Intensivstation gekommen…) – aber vier Wochen – auweia. Aber jetzt ist ja Frühling (heute scheint sogar in Berlin kräftig die Sonne), eine beste Zeit Fotos zu machen (falls Du überhaupt schon wieder gehen kannst und magst). Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn es mit Deinem Blog weitergeht. Grüße und vor allem: Gute Besserung!

      • Herzlichen Dank für Deine guten Wünsche, für mich war das nach einem halben Jahrhundert (und noch ein paar Jahre) der erste Krankenhausaufenthalt überhaupt. Aber es hilft halt nix, wat mut dat mut. Mit dem Gehen (und also auch dem fotografieren) hapert es noch etwas. Aber es wird, spätesten wenn der Schnee weg ist, geht es raus.
        Und es wird weitergehen (mim Blog, mein ich 😉 )
        LG

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