Randnotiz

Eine kleine gute Nachricht am Rande und zum Rande. Den dort wächst er wieder, der Klatschmohn und auch die Kornblume und so manch anderes „Unkraut“. Zumindest in meiner Gegend sind nicht nur die Feldraine sondern auch die Straßenränder bis hin zur Bundesstraßenböschung übersät mit den roten und blauen Tupfen. War vor einigen Jahren noch nicht so. Oder habe ich nur nicht darauf geachtet?

Und auch den Äckern gingen Augen auf

Und auch den Äckern gingen Augen auf.
Kornblumen, die stahlblauen, stummen,
Betrachten wie Augen der Sonne Lauf.

Ihre Farbe ist ehrfürchtig und tief.
Sie wohnen ernst auf den Ackerkrumen,
Die blaue Ruhe sie aus der Erde rief;

Der Himmel stückweis auf der Erd‘ einzieht
Und grünende Ähren über ihm summen,
Und eine Kornblum‘ der andern wie Aug‘ ins Auge sieht.

Max Dauthendey (Lusamgärtlein, Frühlingslieder aus Franken)

Foto © E.A.Brokans

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23 Kommentare zu “Randnotiz

  1. Max Dautnedey, Lusamgärtlein, Frühlingslieder aus Franken, ist mir noch kein Begriff. Das Lusamgärtlein bezieht sich wohl auf Walter von der Vogelweide in Würzburg?
    Auf die blauen und roten Tupfen, viele Grüße

    • Dauthendey (im Namen war einer meiner typischen Rechtschreib- und schlamperfehler) ist ein Würzburger und Vogelweide soll im Lusamgärtlein an der Neumünsterkirche in Würzburg begraben sein.
      Grüße nach Nämberch!

  2. Wunderschön, dieses Blauaugengedicht.
    Und auch hier, meine ich, nehmen die Wildblumen wieder etwas zu. Das ist sicher ein gutes und wichtiges Zeichen.
    Lieben Morgengruss,
    Brigitte

  3. Kornblumen sind die Landesblumen Östergötland und es wächst eine grosse Staude in meinem Garten. Sonst sehe ich sie nicht so oft natura wie in Bayern hier……; schade, wenn sie nur auf Tassen oder Servietten blühen.
    Die als Neubaugebiet ausgewiesenen Grundstücke in Unsernherrn waren voller (Un)krautiger, die in den Marienbuschen passten. Einen Sommer erinnere ich wo direkt neben mir das gesamte Areal mit Klatschmohn bedeckt war. Der Sommer 2001. Das hatte ich bis dahin nur von Monet gemalt gesehen. Es gibt Menschen die sagen das unser Herrgott immer die Pflanzen wachsen lässt, die wir benötigen. Das alles in der Erde überall angelegt ist. Nirgendwo anders als in diesem Altdonauarm ist mir das deutlicher geworden. Herzliche Sommergrüsse aus der Ferne Ruth

  4. Manche Landwirte lassen einen ‚Blühstreifen‘ neben dem Feld stehen. Das nimmt zu um den Insekten zu helfen- hier in NRW jedenfalls. Ich finde es auch schön, dass die Ackerblumen Mohn, Kornblume, Distel und Kamille wieder öfter zu finden sind.

  5. So schön… Meine Lieblingsblumen, die über lange Zeit zumindest bei uns von vielen Landwirten am Feldrand leider entfernt wurden.
    Inzwischen aber auch hier wieder das Auge erfreuen!
    Liebs Grüßle von Hanne 🌞🍀

  6. Ich bin etwas verdutzt!
    Vielleicht will uns der mind der Pflanzenwelt sagen: „Alles nicht so schlimm! Die Natur erholt sich von alleine und auch die Insekten kommen wieder zurück“.
    Immerhin habe ich wieder nach dem letzten Jahr ein paar Flecken auf meiner Windschutzscheibe – und das macht mich richtig froh 😉

    • Schön wärs, aber ich glaube eher nicht daran. Zuviel ist kaputtgemacht worden und wird noch immer. Auch die bunten Randstreifen sind oft meist ausgesät. Aber immerhin ein Anfang.
      Vielleicht brauchen wir wirklich irgendwann wieder Fliegenschwämme für die Scheiben. Wollen wir es hoffen.

      • Ich war kürzlich in Südtirol und da auch in einer , was die Tiroler Arten betrifft, kompletten Schmetterlingssammlung. Der ältere Herr, dem die Sammlung gehört, ging eigentlich nicht auf meine Bemerkung ein, daß der eine oder andere Schmetterling kaum mehr zu sehen sein wird. Ich wollte auch in der knapp bemessenen Zeit darüber eigentlich nicht diskutieren.

        Immerhin wird dort alternativ gespritzt. Um was es sich dabei handelt, weiß ich aber nicht. Die Felder sind nach modernstem Standard angelegt – irgendwo

        • Wenn Dir irgendwo mal das Buch von Dave Goulson, „Wenn der Nagekäfer zweimal klopft“ in die Hände fällt, ließ mal den Teil III, „Die Auflösung des Gewebes“. Sehr interessant, aber auch sehr traurig.

          • Dave Goulson kenne ich, aber nicht dieses Buch.
            Ich hatte schon selbst einiges dazu gelesen.
            So nach und nach werden eben „unsere“ Sünden sichtbar. Jedes Jahr eine neue Entdeckung!
            Ich könnte mir denken, daß das Thema mit den Insekten auch bald aus dem Fokus verschwinden wird.

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