Wiesenglück

Vor  meiner Haustüre habe ich eine Wiese. Nein, mir gehört sie nicht, ein Landwirt bewirtschaftet sie. Mitten im Wohngebiet. Ringsherum begehrte (und vergebene) Bauplätze. Er gibt sie nicht her, obwohl er Druck von der Stadt bekommt. Ihm und seinen Söhnen reicht das hart erarbeitete Vermögen. Früher, als er noch Kälberaufzucht betrieb, wurde sie regelmäßig gemäht. Jetzt findet die Mahd nur noch einmal im Sommer statt. Ansonsten verwildert die Wiese. Von unserem Seiteneingang sind es nur drei Meter bis zur Wildnis. Jeden Morgen gilt mein erster Blich aus dem Küchenfenster Wind, Wetter und Wiese. Es beruhigt ungemein. Es gibt immer was zu bestaunen, denn natürlich stellen sich Gäste ein.

Hase, Igel und eine vielfältige Vogelschar. Von den Insekten und anderen Kleinlebewesen ganz zu schweigen.Und natürlich Katzen, sie fühlen sich als Herrscher der Wiese. Allerdings gibt es zu viele von ihnen. Alles gut genährte Freigänger auf der sinnlosen Jagd nach Spielzug.

Im zeitigen Frühjahr, gleich nachdem das erste frische Grün sprießt, kommt Familie Has‘ (eigentlich sind es ja Einzelgänger) zum Sattwerden und wohl auch zum Liebesspiel.

Photo © E:A:Brokans

Die Katzen sind mit dem hohen Grass und er Blütenpracht gar nicht einverstanden. Sie verlieren den Überblick.

Photo © E.A.Brokans

Anfang Juli wird die Wiese gemäht und das Heu verkauft. Zeit für einen Neubeginn. Denkt sich wohl auch Familie Has‘ (das Bild ist vom ersten Sonntag im August)

Photo © E.A.Brokans

Hoffentlich bleibt diese Idylle den Tieren (und mir als stillen Beobachter) noch lange erhalten.

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5 Kommentare zu “Wiesenglück

  1. Wünschen wir dem dickschädeligen Landwirt und seinen Söhnen ein langes Leben und Freude an seinem Biotop; ich finde in diesem Fall den Starrsinn bewundernswert.
    Die Augusthasen legen dann sicher die Eier für die Weihnachtsbäckerei, die ja gar nich mehr so lange auf sich warten läßt -:)))
    Ich wünsche Dir viel Gesumm und Gebrumm vor Augen und es grüßt herzlich vom Dach, Karin

    • Ach die Landleute sind ja noch jung und gut in Schuss und die Jungen geraten nach dem Alten. Hier wirklich positiv, nicht nur in Wiesenhinsicht.
      Vor lauter Gesumm und Gebrumm und vor allem von dem Katzenwarnzettern der Vogelschar brummt mir manchmal schon der Schädel.
      Eier, welche Eier? Du verwechselt das, die machen Schokohasen!
      LG E.

  2. Hallo Erich, es wäre wirklich schade, würde dieses Wiesenglück irgendwann einmal doch in Bauland verwandelt. Doch es klingt glücklicherweise so, als ständen die Chancen gut, dass die Stadt hier nicht zum Zuge kommt.
    Deine Fotos zeigen, was da alles blüht! Eine enorme Vielfalt! Dadurch sowie auch durch den eigentichen Wiesencharakter mit seiner speziellen Wuchshöhe ein Lebensraum für so viel unterschiedliches Getier. Nett, dass hohes Gras und Kraut die Katzen ein bisschen abhält …

    Du hast also die Hasen als direkte Nachbarn? Klasse. Haben die und dein Kaninchen sich eigentlich schon gegenseitig wahrgenommen, oder ist das den Fellheinis egal, wer in der Nähe herumhoppelt? 🙂

    Freut mich, dass ihr Blick auf ein solches Idyll genießt! Hab mich gerade mit über die Aussicht und die Wiesenbewohner gefreut.

    LG Michèle

    • Sprichwörtlich schlau wie Bauern nunmal sind, nutzt die Familie einen kleinen Teil der Wiese als dingend notwendigen Holzlagerplatz. Was das ganze noch pittoresker macht, denn das Holz (leider Wind- und Schneebruch) dient wiederum Insekten als Riesenhotelanlage, außerdem wuchert es malerisch zu.
      Herr Hoppelpoppel hat leider noch nicht die Bekanntschaft seiner entfernten Verwandten machen könne. Die wilden verwandten kommen nur zu Morgenstunden auf die Wiese und er darf nur unter Aufsicht ins Freigehege. Für eine Überdachung ist es zu groß und es kreisen öfters Raubvögel über dem Grundstück. Die eine oder andere Taube musste bereits daran glauben.
      LG Erich

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