Apokalypse

Ein Feuer seh ich lohen
Fern übers finstere Land,
Ich sehe den Schatten drohen
Einer ungeheuren Hand.

Das Feuer schlägt aus Schloten,
Rauchwolken wirbelnd, empor,
Es flattern die Flammen, die roten,
Wie Banner mit pechschwarzem Flor.

Die Schattenfaust ungeheuer
Ergreift die scharlachne Trophä‘,
Auf stürzender Städte Gemäuer
Den Fackelbrand schleudert sie jäh.

Es wütet die brodelnde Erde
In grauenerregender Brunst,
Und es wiehern die höllischen Pferde
Wild durch den blutdampfenden Dunst.

Karl Henckell

Quelle: Karl Henckell: Gesammelte Werke. Band 2: Buch des Kampfes, München 1921, S. 237-238.
Permalink: http://www.zeno.org/nid/20005037158
Lizenz: Gemeinfrei

Bildschirmfoto 2020-02-18 um 19.02.10

Bild © E. A. Brokans

4 Kommentare zu “Apokalypse

  1. Ja, dieses Flammen-Inferno haben manche Menschen (und Tiere) auf diesem Erdenrund tatsächlich hautnah mit den sich rasend schnell ausbreitenden Waldbränden erlebt: Es muss die Hölle sein.

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