Bücherzeichen und -zeichnungen

Kein Mensch sagt Bücherzeichen wenn er Exlibris  meint. Ein herausragenden Vertreter dieser graphischen Gebrauchskunst war Joseph Kaspar Sattler.

Exlibris für Harry Graf Kessler (um 1895) – Foto: e.a.b.

Am 26. Juli 1867 kommt Joseph Kaspar Sattler im oberbayerischen Schrobenhausen zur Welt.
Sein Vater ist „concessionierter Lakierer“ und für ein paar Jahre auch Bürgermeister der Spargelstadt. Seine Jugend verbringt Joseph in Landshut und München. Früh verliert er Mutter, Vater und ältere Schwester, vielleicht ist deshalb sein Werk stellenweise erschreckend morbide.

„Der Wurmstich“ aus : Ein modernen Totentanz (1892); Wikimedia – gemeinfrei

Eine erste Ausbildung erhält er vom Kunstmaler Heinz Heim. Ohne Abschluss verläßt er die Kunstakademie München und wird als Lehrer an die Kunstgewerbeschule Straßburg gerufen. Der Lehrbetrieb behagt ihm nicht, bereits nach einem Semester gibt er auf und wird freischaffender Künstler. In Straßburg und Berlin wohnend, ist er Mitarbeiter diversen Kunst- und Satirezeitschriften.

Entwurf eines Werbeplakates für die Zeitschrift Pan (1895) – Foto: e.a.b.

Seinen Lebensunterhalt bestreitet er vorwiegend mit dem Entwerfen von Exlibris und Buchillustrationen. Im Auftrag der Reichsdruckerei erschafft er ein Monumentalwerk der deutschen Buchkunst. Das Buch“Die Nibelunge“ (ohne „n“) ist vollständig in Entwurf, Papier, Schrift und Bild sein Werk. Dafür erhält auf der Pariser Weltaustellung des Jahres 1900 den Grand Prix.
Nach Kriegsende muss er sein geliebtes Straßburg verlassen und im November 1919 zieht er zu seiner jüngeren Schwester nach München. Seine Zeit ist vorbei, er vereinsamt und verarmt.

Geistig verwirrt – der Alkohol fordert seinen Tribut – stirbt Sattler am 12. Mai. 1931 im Schwabinger Krankenhaus zu München. Ein Grab existiert nicht mehr.

Zu seinem 150. Geburtstag zeigt das Lenbachmuseum in Schrobenhausen eine kleine Auswahl seiner Werke. Näheres hier.

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