Päuschen

Nach einem ausgedehnten Stadtbummel genießen Emma Ente und ihr Lebensgefährte Ernst Erpel die Annehmlichkeiten einer modernen Stadt. Beide legen gesteigerten Wert auf eine saubere und komfortable Badegelegenheit. Da kann ihr vergrützter Teich nicht mithalten.
Nur Notbert, der notgeile Möchtegernnebenbuhler, stört wie immer das Idyll. Man muß ihn im Auge behalten. Zu gern würde er Emma umflattern. 

Foto © e.a.brokans

Schiffende Schwäne

Sie seh’n sich nicht wieder

Von dunkelnden Wogen
Hinunter gezogen,
Zwei schimmernde Schwäne, sie schiffen daher,
Die Winde, sie schwellen
Allmälig die Wellen,
Die Nebel, sie senken sich finster und schwer.

Die Schwäne, sie meiden
Einander und leiden,
Nun thun sie es nicht mehr, sie können die Glut
Nicht länger verschließen,
Sie wollen genießen,
Verhüllt von den Nebeln, gewiegt von der Flut.

Sie schmeicheln, sie kosen,
Sie trotzen dem Tosen
Der Wellen, die Zweie in Eines verschränkt,
Wie die sich auch bäumen,
Sie glühen und träumen,
In Liebe und Wonne zum Sterben versenkt.

Nach innigem Gatten
Ein süßes Ermatten,
Da trennt sie die Woge, bevor sie’s gedacht.
Laßt ruh’n das Gefieder!
Ihr seht euch nicht wieder,
Der Tag ist vorüber, es dämmert die Nacht.

Friedrich Hebbel

Photo © e.a.brokans

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Übrigens ist dies das selbe kleine Flüsschen wie im letzten Beitrag, nur vom Eise befreit.

Trauerspiel

Zwei Bäume konnten nicht ohn’einander sein
Aber:
Familie Biber benötigte ein neues Heim
Jetzt ist der Baum allein
Ach,
Ist das gemein

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Photo © e.a.brokans

Mittlerweile hat sich die vor Jahren neuangesiedelte Familie Biber mit ihre Verwandten und Bekannten zu einer Landplage entwickelt. Mit gravierenden Folgen für die Natur und ihre anderen Bewohner. Wieder einmal bestätigt sich: egal wie der Mensch eingreift – es kommt nichts gutes dabei heraus.
Übrigens: Achtung „Fake-News“ – das erste Bild hat mit den beiden anderen nichts zu tun. Diese Pärchen steht noch so da, zumindest war es vorgestern noch so. Was bei den unteren nicht mehr der Fall ist.

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Noch so ein Wanderer

Die Distelfalter (Vanessa cardui) sind – wie die Admirale auch – Wanderfalter. Sie kommen aus dem warmen Mittelmeerraum, bevorzugt aus den subtropischen Steppengebieten. Im Frühjahr trägt sie der Wind zu uns oder noch weiter nach Norden. Während des Sommers produzieren sie dann eine oder mehrere Nachfolgegenerationen.
Die Distelfalter würden unseren Winter, mag er noch so mild sein, nicht überstehen. Gezwungenermaßen müssen sie sich im Herbst wieder in den Süden wehen lassen. Die Alpen sind dabei das größte Hindernis, viele schaffen die Überquerung nicht und sterben auf den Gletschern.

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Die blaue Blume

Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au’n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.

Joseph von Eichendorff

Photo © e.a.brokans

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Ob nun irgend eine Phantasieblume, die Kornblume oder die abgebildete Wegwarte die von Novalis in die Welt gepflanzte „Blaue Blume der Romantik“ ist, weiß ich nicht. Bei der Wegwarte könnte ich mir das durchaus vorstellen. Wächst sie doch, um ihren hohen Nährstoff- und Lichtbedarf zu befriedigen, bevorzugt ans Straßen- und Wegrändern. Bei der damals grassierenden Wanderlust (ihr wisst schon: „Im Frühstau zu Berge“ oder „Die Wanderer sind des Müllers Frust“ etc) ist ihnen die Wegwarte bestimmt ins romantische Auge gefallen. Zu Fuss sieht man einfach mehr und hat auch mehr Zeit sich Gedanken zu machen. Aber das ist ein anderes Thema.
Blaue Blume hin, Wegwarte her. Sie ist eine universelle und sogar kostenlose Heilpflanze, eine Verwandte des Chicoree. Aus ihren gerösteten Wurzeln wurde in Notzeiten der allseits beliebte Zichorienkaffee (aka Mukefuck) gebraut. Ebenso wirken ihre Wurzeln appetitanregend, harntreibend, die Verdauung fördernd und was weiß ich sonst noch alles.