Müde?

Macht nichts, die Augenbraue der Venus ist auch noch nicht richtig fit.

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Schafgarbe, u.a. auch „Augenbraue der Venus“ genannt                                                         Bild © EAB

Jasmin

Wachsbleich fließt die Sommernacht.
Auf erddunkeln faulen Lachen
Bleisüß rosigblaue Irishäute.
Wetterleuchten, schwefelgrün, in Splittern.
Eine weiße dünne Schlange sticht
Züngelnd nach dem blauen Mond.

Max Dauthendey

Quelle: Max Dauthendey, Gesammelte Werke in 6 Bänden, Band 4: Lyrik und kleinere Versdichtungen, München 1925 Fundort:http://www.zeno.org/nid/20004685652  – Gemeinfrei
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Bild © EAB

Ein Garten

Ein Garten.
Im Januar.

Im tiefsten Winter.
Ungelogen.
Die Tannenreiser sollen als Beweis gelten.
Gedacht als Frostschutz für Sträucher und Rosen
Der Garten liegt nicht im Süden.
Sondern mitten Deutschland, in Weimar.
Es ist kurz vor Mittag.
Das Thermometer zeigt knappe 14 Grad Celsius.
Ginge nicht der Wind, ich würde schwitzen.
Im tiefsten Winter.
Im Januar.

Macht nur weiter so!

Ein Garten aus dem 18. Jahrhundert. Der Weg führt schnurgerade zu einem südländischen Pavillon Die Beete sind mit Buch eingefasst und mit Blumen Kräutern und Beerensträucher bepflanzt.

Der Garten des Kirms-Krackow-Hauses in Weimar. Januar 2020. Bild © EAB

Vom zerschellen…

Sprich nicht immer
Von dem laub ·
Windes raub ·
Vom zerschellen
Reifer quitten ·
Von den tritten
Der vernichter
Spät im jahr.
Von dem zittern
Der libellen
In gewittern
Und der lichter
Deren flimmer
Wandelbar.

Aus Stefan George: Die Bücher der Hirten- und Preisgedichte, der Sagen und Sänge und der hängenden Gärten. Gesamt-Ausgabe der Werke, Band 3, Berlin 1930, S. 110-111.
Quelle: http://www.zeno.org/nid/20004810422 / Gemeinfrei

Mein Quittenstrauch (wild/zier, was weiß ich) ist leider nur einen dreiviertel Meter hoch, außerdem hängen die Früchte dermaßen stabil an den Ästen, dass ich mit zerschellenden, reifen Früchten nicht dienen kann. Und wenn dann mach ich schmackhaftes Gelee daraus.

Muss eben etwas anderes herhalten. Mit viel Phantasie kann man auf dem Lichtbild durchaus etwas Zerschellendes erkennen.

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Bild © e.a.brokans

2 stolze Zauberschwäne

»Stolze Schwäne segeln dort
Auf den stillen Wogen,
Falken aus dem Felsenhort
Kreisen kühne Bogen.
Schauet die bunten Schaaren!
In die Welt laß ich sie fahren!«

Ausschnitt aus „Lyriker“ von Ludwig Eichrodt: Leben und Liebe, Frankfurt a.M. 1856, S. 160-161.
Quelle http://www.zeno.org/nid/20004742230 / Gemeinfrei

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Foto © E.A.Brokans

Zauberknolle

Es ist schon erstaunlich wozu ein gewöhnlicher Apium graveolens alles gut sein kann, oder zumindest gut sein soll: Kaninchenfutter, Schnitzelersatz, Suppengrundstoff, Naturheilmittel, Aphrodisiakum, Veganes Viagra und last, but not least: Kunstobjekt (mensch beachte auch den vorherigen Beitrag)! 

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© E.A.Brokans

Ruhe in Bewegung

„Er zeigte uns, wenn wir spazieren gingen, die Wirkung von Licht und Schatten, er nannte uns die Farben, welche sich an den Gegenständen befanden, und erklärte uns die Linien, welche Bewegung verursachten, in welcher Bewegung doch wieder eine Ruhe herrschte, und Ruhe in Bewegung sei die Bedingung eines jeden Kunstwerkes.“

Adalbert Stifter, Der Nachsommer

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© E.A.Brokans

Na sowas!

Das Füchslein schaut und wundert sich: Wo kommen denn die Blümchen her?
Gepflanzt hat es sie nicht und ohne sein zutun werden es immer mehr!

Ich übrigens auch nicht.

(Außerdem hatte ich, glaube ich zumindest, schon mal erwähnt dass ich gewissen Formen von Kitsch durchaus nicht in ganz ablehnend gegenüberstehe)

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Photo © E.A.Brokans