filigran

Eines meiner liebsten f – wörter, kommt sogar noch vor flanieren.
Oder noch besser: beim flanieren filigrane Fundstücke betrachten und darüber filosofieren.

Foto von mir.

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Ängste und Nöte einer besorgten Sonnenblume von geringem Wert

Die Frisur sitzt nicht. Ich sehe aus wie ein explodierter Handfeger.
Aber egal.
Die Mutter aller Probleme ist dieser heiße Sommer. Eigentlich müßte ich diese Hitze ja gewohnt sein, wozu stammt man den aus Mittelamerika?. Vermutlich habe ich mich zu sehr integriert.

Immerhin wurden meine Vorfahren von den Inkas sogar als Abbilder ihres Gottes verehrt.
Aber das hilft mir jetzt auch nicht weiter, hier bin ich auf den Gartenbesitzer angewiesen, den faulen Sack. Er hat mich beim gießen immer geflissentlich übersehen. Nur weil er mich nicht selbst gesät hat. Was kann ich dafür, wenn sich die Vögel um ihr Futter selber kümmern.

Apropos „Mutter aller Problem“. Irgend so ein VollHorstla aus dem Gerolfinger Eichenwald hält wohl die Migranten dafür. Hoffentlich braucht der nicht mal Pflege, denn dann kann er rufen bis er schwarz – ne, das issa ja schon – sagen wir besser braun – das will er wohl – wird. Da kommt nämlich dann keiner, wegen Mangel und Notstand und so. Wenn er dann noch die Migranten und Zuwanderer rauswirft kann er sich seinen Allerwertesten selber abwischen. Viel Spass dabei.

Nix für ungut, bin nur eine kleine unbedeutende Sonnenblume von geringem Wert.

Ausgeblüht


Was ist Leibesschönheit? Was ihr Prangen?
Was ist Lilienhals und ringelnd Haar?
Was sind Purpurlippen, Rosenwangen,
Schwanenbrust und schimmernd Augenpaar?
Blumen sind sie, gestern aufgegangen,
Heut verwelkt, verstoben morgen gar.
Unvergänglich sind des Geistes Schimmer;
Seine Blüthe welkt – sein Kelch verduftet – nimmer.

Gotthard Ludwig Kosegarten / An Christiane von Smiterlöwe (Ausschnitt)

Foto von mannigfaltiges

Wasserlilien

Wir steigen auf aus feuchten Tiefen,
Da träumten wir so langen Traum
Umspült von linder Wellen Schaum,
Als uns des Lenzes Stimmen riefen.

Und manch‘ ein sinniges Gemüth
Ersieht in uns die schöne Kunde
Von dem, was unten Schönes blüht,
Wo’s Fischlein spielt auf Meeresgrunde. –

Wie ist’s hier oben all so bunt –
Doch unser Haus ist stiller, milder.
Lebt wohl, ihr Tages reiche Bilder,
Wir sinken wieder in den Grund.

Luise Hensel

Auf Zuckermanns Seiten bin ich belehrt worden, dass die Seerose auf dem Bild keine Wasserlilie ist, auch wenn der Volksmund (und ich) sie oft so nennt. Mir ist das egal. Ich mag beide Namen.

Inkognito

Der Distelfalter will dem Fotografen keine datenschutzrechtlichen Schwierigkeiten machen und versteckt sein Gesicht lieber hinter dem Lavendel.

Metamorphosen (Ausschnitt)

Sonst war meine Seele ein Schmetterling,
Ein leichter, feiner, blütenverliebter Schmetterling,
Der sich im Sonnenscheine von weichen Winden
Gerne tragen ließ, wie ein Blumenblatt;
Und er steckte sein Saugrüsselchen gerne in alle Süßigkeit,
Und er berauschte sich gerne am Tausendblumengeist,
Und im offenen, samenstaubduftigen Schoße üppiger,
Buttergelber Rosen schlief er gerne,
Der sorgenlose, leichtsinnige,
Frei schwebende Schmetterling meiner Seele.

Weißt du noch, meine Seele, wie du zum letztenmale
Schmetterling warst?

Otto Julius Bierbaum

Foto © E.A.Brokans

Ein neuer Gast

Manni der Falter hat einen neuen Freund. Der Schwalbenschwanz kam auf einen Abstecher vorbei um sich am Lavendel zu stärken. Er ist einer der größten Falter in der Gegend und fällt, neben den Farben natürlich, auch durch seinen hektischen Flug auf.
Machaon, wie er sich nannte, war unterwegs zu einem Date. Er sagte „Hilltoping“ dazu. Dieser Event findest nämlich meist auf Hügelkuppen statt. Die Altvorderen nannten es Gipfelbalz. Naja, in den Zeiten von Tinder etc. muss auch ein Schmetterling sprachlich mit der Zeit gehen. Sonst klappt das nicht mit dem Nachwuchs.

Foto © E.A.Brokans