Abschied

Der Herbst zieht seines Weges
Es lauern Schnee, Eiseskälte und Finsternis.

Foto © e.a.brokans

Advertisements

Reif

Auf schwarzen Auen
Kalte grünblanke Mondrosen.
Scharf kristallene Sternblüten,
Und senken weißen klingenden Samen
In die weißen singenden Winde.

Streng keimen marmorkühle Myrthen,
Edelweiß aus wehem klagenden Alabaster,
Singen mit den weißen Winden:

: Eine eisblasse Mondwelle schläft
Bei den mattgrauen Wellen der Sonne …

Max Dauthendey

Foto © e.a.brokans

Last day…

Zu singen nach einer bekannten und allseits beliebten Melodie (wer etwas unsicher ob der Tonfolge ist, sollte sich im bekannten Kunst- und Kulturtempel „Kaufrausch“ inspirieren lassen):

„Last spring, they gave you your leaves
But at the end of october you gave them away…“

*pfeifend und tänzelnd verschindend*
(schinden = jemanden durch übermäßige Beanspruchung seines musikalischen Gehörs quälen; verschinden = jemand der sowas macht und sich dann klamm und heimlich, meist schmutzig lächelnd, aus der Verantwortung stiehlt)

Foto © e.a.brokans

Obacht!

Ab sofort gilt das uneingeschränkte Halteverbot auch für die Blätter an den Bäumen und Sträuchern.
Prof. Dr. jur. Herwart (auch „der Windige“ genannt) wird Verstöße dagegen unerbittlich ahnden.
Bitte nicht mit Herwarth Walden verwechseln. Dieser hat nur eine Zeitung mit dem Namen „Der Sturm“ gegründet.
Und „Walden“ könnte man durchaus mit Henry David Thoreau in Verbindung bringen, bei dem hieß ein Buch so.
Wobei sich Herwarth Walden – eigentlich Georg Lewin – sich bei seinem Pseudonym durchaus von Thoreaus Buch inspirieren ließ.
Aber ich glaube ich verzettele mich.
Der Wind.
Ihr wißt!

Bildschirmfoto 2017-10-29 um 12.59.50

Foto © e.a.brokans

MerkenMerken

Ins Blaue…

An jenen Tagen, an denen die Eier bunt und die Bahnhöfe samt ihren Zügen grau sind, mach ich mich gerne auf ins Blaue. Meist ist es dann doch nur das Grün der näheren Umgebung. Zwar ist es noch nicht Sommer, die Temperaturen laden leider auch noch nicht dazu ein, aber träumen kann man schon mal davon:

Mittags unterm Baume liegend

Kastanie du –
Gnädig entzückt,
Tragend flimmernde Hitze und Sonne,
Fächelst du lächelnd
Breitschweifende Zweige,
Grünblättergehände mir zu;
Festlich die traubigen Kerzen,
Weißstrahlenden Lichtes
Ins Grüne und Blaue gesteckt.

Wieder, wie lange schon nicht,
Daß mein Haar sich in Blumen verfing,
Die Schultern sich drückten ins Gras,
Spielst du mir Lichter
Über geschlossene Lider,
Darunter die Augen
Ertrunken und traumtief erstaunen.
Flatternde Schatten
Fallen mit über die glühende Stirn
Kühlend und streichelnd und gut.

Kichernd kitzeln Halme im Nacken –
Durch den brennenden Schlummer
Haucht mir ins Ohr nur
Ein Klang vom gemächlichen Wind.
Und ein herschwankender Wagen,
Mahlend im quirlenden Staub,
Bringt mit dem Dufte
Von schweißglänzenden Pferden und süßlichem Heu
All den Ruch und die Sonne
Des Sommers.

Gerrit Engelke

Foto © e.a.brokans

Blues

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Blues

Wenn du nicht froh kannst denken,
Obwohl nichts Hartes dich bedrückt,
Sollst du ein Blümchen verschenken
Aufs Geratewohl von dir gepflückt.

Irgendein staubiger, gelber, –
Sei’s Hahnenfuß – vom Wegesrand.
Und schenke das Blümchen dir selber
Aus linker Hand an die rechte Hand.

Und mache dir eine Verbeugung
Im Spiegel und sage: „Du,
Ich bin der Überzeugung,
Dir setzt man einzig schrecklich zu.
Wie wär’s, wenn du jetzt mal sachlich
Fleißig einfach arbeiten tätst?
Später prahle nicht und jetzt lach nicht,
Daß du nicht in Übermut gerätst.“

Joachim Ringelnatz

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Ich geb’s ja zu – die Natur ist noch nicht so weit. Das Blümchen auf dem Bild ist auch kein Hahnenfussgewächs. Es ist Huflattich und dieser blüht erst im Spätmärz oder so. Die Bilder sind vom letzten Jahr. Eigentlich blüht im Garten noch gar nix. Nicht mal meine heiß ersehnten Winterlinge. Und da soll man nicht den Blues kriegen. Also handelt es sich hier um einen klassischen Fall von „Fake News“. Für alle die mir jetzt deswegen etwas husten wollen: Huflattich ist das Mittel der Wahl!

Aber wie immer gilt: In allen Lebenslagen – Ringelnatz fragen!