Einsteigen

Der Junge stand gerne am Bahnhof und sah den enteilenden Zügen nach.
Auf den glänzenden Schienen sandte er seine Träume hinaus in die Welt.
Aber um neuen Abenteuern entgegen zu rollen, benötigte er eine Fahrkarte.
Für seine Art zu reisen gab es diese nur in der Bahnhofsbuchhandlung.

Bildschirmfoto 2017-12-20 um 17.13.30

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Gut zu wissen…

Ein Bild ist – bevor es ein Schlachtpferd, eine nackte Frau oder irgendeine Anekdote darstellt – vor allen Dingen eine plane Fläche, die in einer bestimmten Ordnung mit Farben bedeckt ist.

Maurice Denis (Maler, 1870 – 1943)

Heutzutage sind es ja meist Pixel auf einem Bildschirm, aber ansonsten ist diese Aussage immer noch gültig..

© e.a.brokans

Zum Bild: Es zeigt den ehrwürdigen Samurai Donki-S’chote und seinen magersüchtigen Diener San-c’ho.

Oder seht ihr etwas anderes?

 

 

Fundsache

Der Vergeß

Er war voll Bildungshung, indes,
soviel er las
und Wissen aß,
er blieb zugleich ein Unverbeß,
ein Unver, sag ich, als Vergeß;
ein Sieb aus Glas,
ein Netz aus Gras,
ein Vielfraß –
doch kein Haltefraß.

Christian Morgenstern

Foto © E.A.Brokans

Das Blatt einer Rosenblüte – gepresst.
Vergessen im Buch des Herrn Morgenstern.
Das Singen der Galgenlieder brachte es wieder ans Licht.
Mitsamt den aufkeimenden Erinnerungen.
Justament als Monsieur Ravel seine Pavane spielte.

 

Blöde Frage

Das ewige Geschiss

Ist es Kunst?
Ist es keine?

Manche sch…en einfach drauf.

Zumindest bis Herr Kreisler wieder seine Kreise zieht.

Wobei ich mit Kunst natürlich nicht das Foto, sondern das abgebildete Staatsgründungsdenkmal (Ausschnitt) der Republik Österreich meine.

Herr Kreisler ist doch sicherlich allen ein Begriff.
Oder?
Wenn nicht, hier eine Gedächtnisstütze und nebenbei eine kleine Reminiszenz an den Frühling:

Schöne Grüße

Das Rumpsteak ist zäh und sie fror, zumindest bekam er dies zur Antwort, als er seine Gattin auf die Walhalla am anderen Donauufer aufmerksam machen wollte. Sogar der Zigarrenpaffer guckt schon neugierig, ob der groben und lautstarken Abfuhr. Diese Reise war seine Idee, stand aber von Anbeginn unter keinem guten Stern.

Wenigsten die Tochter scheint es zu genießen, auch wenn sie die  vorbeihuschenden Landschaft kaum beachtet. Ständig schreibt sie irgendwas an irgendjemanden, wohl meist Ansichtskarten. Die Abbildungen auf den Karten waren ihr offensichtlich Realität genug.

Hoffentlich vergisst sie wenigstens den Gruß an Familie Bachmann, den neuen Nachbarn, nicht. Oder hießen die Bachmair?

Ansichtskarte aus meiner Sammlung

Diese Ansichtskarte wurde um 1900 (leider ist der Poststempel verwischt) in Passau eingeworfen und am nächsten Tag dem Empfänger in München ausgehändigt.
Von dieser beliebten Lithographie gab es viele ähnliche Versionen, geändert wurde nur jeweils der Fensterblick auf die jeweiligen Sehenswürdigkeiten der Reiseroute. Wobei sich bestimmt die wenigsten Versender den Gang in den Speisewagen leisten konnten. Aber das nur am Rande.