Scherben (oder auch nicht)

Da waren trümmer nicht noch scherben
Da war kein abgrund war kein grab
Da war kein sehnen war kein werben:
Wo eine stunde alles gab.

Von tausend blüten war ein quillen
Im purpurlicht der zauberei.
Des vogelsangs unbändig schrillen
Durchbrach des frühlings erster schrei.

Das war ein stürzen ohne zäume
Ein rasen das kein arm beengt –
Ein öffnen neuer duftiger räume
Ein rausch der alle sinne mengt.

Stefan George

Das Bild zeigt keine Scherben sondern das Kalkplattendach eines – zugegebenermaßen arg baufälligen – Jurahauses. Sogar Bruchstücke können ein schützendes Dach ergeben.

Foto © e.a.brokans

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