Einsteigen

Der Junge stand gerne am Bahnhof und sah den enteilenden Zügen nach.
Auf den glänzenden Schienen sandte er seine Träume hinaus in die Welt.
Aber um neuen Abenteuern entgegen zu rollen, benötigte er eine Fahrkarte.
Für seine Art zu reisen gab es diese nur in der Bahnhofsbuchhandlung.

Bildschirmfoto 2017-12-20 um 17.13.30

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Ins Blaue…

An jenen Tagen, an denen die Eier bunt und die Bahnhöfe samt ihren Zügen grau sind, mach ich mich gerne auf ins Blaue. Meist ist es dann doch nur das Grün der näheren Umgebung. Zwar ist es noch nicht Sommer, die Temperaturen laden leider auch noch nicht dazu ein, aber träumen kann man schon mal davon:

Mittags unterm Baume liegend

Kastanie du –
Gnädig entzückt,
Tragend flimmernde Hitze und Sonne,
Fächelst du lächelnd
Breitschweifende Zweige,
Grünblättergehände mir zu;
Festlich die traubigen Kerzen,
Weißstrahlenden Lichtes
Ins Grüne und Blaue gesteckt.

Wieder, wie lange schon nicht,
Daß mein Haar sich in Blumen verfing,
Die Schultern sich drückten ins Gras,
Spielst du mir Lichter
Über geschlossene Lider,
Darunter die Augen
Ertrunken und traumtief erstaunen.
Flatternde Schatten
Fallen mit über die glühende Stirn
Kühlend und streichelnd und gut.

Kichernd kitzeln Halme im Nacken –
Durch den brennenden Schlummer
Haucht mir ins Ohr nur
Ein Klang vom gemächlichen Wind.
Und ein herschwankender Wagen,
Mahlend im quirlenden Staub,
Bringt mit dem Dufte
Von schweißglänzenden Pferden und süßlichem Heu
All den Ruch und die Sonne
Des Sommers.

Gerrit Engelke

Foto © e.a.brokans

Weg und Ziel

Weil das Ziel erfreulich ist,
Hat mich’s nicht gerühret,
Daß der Weg abscheulich ist,
Der zum Ziele führet.

Aber danken wollt‘ ich dir,
Glück, wenn dir’s gefiele,
Gäbst du schöne Wege mir
Auch zum schönen Ziele.

Friedrich Rückert
1788 – 1866

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Schön wieder eine Rückert-Gedicht, werdet ihr denken. Aber bei ihm findet man halt immer irgendetwas passendes. Außerdem gefällt er. Aber jetzt werde ich mal eine kleine Rückert-Pause einlegen. Andere Poeten haben auch schöne Gedichte.

Arm Kräutchen (kein Sauerampfer)

Sah selten eine Eisenbahn
Sah niemals einen Dampfer
War nicht mal ein Sauerampfer.

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Das zarte Pflänzchen hört – so glaube ich wenigsten – auf den zauberhaften Namen Stinkender Storchschnabel/Ruprechtskraut.

Und falls jemand unwahrscheinlicherweise das inspirierende Gedicht von Herrn Ringelnatz nicht kennen sollte, hier wäre es zu finden.