Rot und Grün und Blau

Die Herzensfrau

Der Mittag liegt mit mir im Gras,
Die Wolken ziehn tiefblaue Straß,
Die Welt ist grün und weiß und blau,
Zu mir setzt sich die Herzensfrau.
»Rot,« spricht sie, »ist die ganze Welt,
Wenn man zum Kuß den Mund hinhält.«

Max Dauthendey

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

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Eigentlich…

…wollte ich als Überschrift „Hommage à Rothko“ schreiben. Aber das war mir dann doch etwas zu überkandidelt. Ich kann mich nicht mal guten Gewissens als Urheber des Photos bezeichnen. Es wurde beim auslesen der Speicherkarte mit rüber kopiert. Nur das Format wurde verändert. Wo es herkommt? Keine Ahnung – ich schwör! Und nein – ich habe kein orange-rotes Ledersofa, aber die Farbe ist tatsächlich eine meiner Lieblingsfarben.

Photo © e.a.brokans

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Im Grunde sprechen mich alle Farben an, auch mit einem lebhaften Grau kann ich mich anfreunden.
Bevorzugt gefallen mir natürlich  „Die Farben, die der Grauwinter vergaß“. Es ist zwar noch etwas früh für Frühlingsgedichte, aber ein Dauthendey schadet ja nicht.

Die Farben, die der Grauwinter vergaß,
Kommen vom Berg herüber über die Straß‘:
Das Grasgrün und das Rot von Ziegeln sommerheiß,
Das Himmelblau und gezupfter Wolken Daunenweiß.
Ländlich gekleidet, wie aus Bauernschränken und Truhen,
Geht der Frühlingstag auf frischen staublosen Schuhen,
Geht gedankenlos alter Sitte und alten Wegen nach;
Schnellt die flugfrohen Schwalben wieder über das Dach,
Läßt kleine fiebernde Lerchen singen und ruft Herzfarben wach.

Max Dauthendey

Eine kleine Ergänzung. Minimalmusik heißt sowas (glaube ich zumindest):