Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen…

Schöne Grüße soll ich ausrichten von dero Grießgrämigkeit, dem Hornveilchen.

Sie erinnern sich doch sicherlich (oder zumindest sollten Sie so tun als ob) an die Beiträge vom Juli und August d. J. (wenn nicht, können Sie ja schnell den Links folgen).

Was soll ich sagen, schon damals hatte ich den Überlebenswillen dieses Blümchens bewundert. Und bis heute ist die Mischpoke stetig angewachsen und umfaßt – gezählt habe ich nicht – mindestens 8 – 10 Exemplare dieser Grantgesichter. Obwohl die Blätter langsam verwelken, sind die Blüten immer noch frisch und begrüßen jeden Tag (und auch mich – so bilde ich es mir zumindest ein) aufs Neue. Oder wollen sie nur auf die Mühsal des täglichen Kampfes hinweisen?

Egal.

Ihre Zeit wird bald kommen, und sie werden mir fehlen.

Photo © e.a.brokans

28.Oktober 2015 – Photo © e.a.brokans

 

Abbitte…

….muss ich leisten, bei Ihnen, verehrte Leserin und verehrter Leser dieser Seiten.

Vor geraumer Zeit unterstellte ich einem verhärmten Pflänzchen, welches sich mühselig durch die Pflastersteine gezwängt hatte, es würde ein böses Gesicht machen, Herr Arno Holz half mir dabei auch noch tatkräftig beim verleumden. Das ganze ist hier nachzulesen.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es sich bei diesem tapferen Pflänzchen nicht um ein Stiefmütterchen, sonder um die kleine Schwester mit Namen Horn – Veilchen handelt.

Und um mir, ob meiner Unwissenheit eine Nase zu drehen, zeigt es auch kein böses Gesicht mehr, sondern wuchs und gedieh in den letzten Tagen gar prächtig, trotz der widrigen Umstände.

Es ist mir momentan das liebste Pflänzchen im ganzen Garten, zeugt es doch von einem unbändigem (Über-) Lebenswillen.

Der Beweis:

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Aber nicht nur unsereiner muss sich gelegentlich entschuldigen, auch bei Dichters und Denkerns passieren ab und an kleine Fauxpas.

Entschuldigung

Was ich in Liedern manchesmal berichte
Von Küssen in vertrauter Abendstunde,
Von der Umarmung wonnevollem Bunde,
Ach! Traum ist leider alles und Gedichte.

Und du noch gehest mit mir ins Gerichte,
Du zürnest meinem prahlerischen Munde:
Von nie gewährtem Glücke geb er Kunde,
Das, selbst gewährt, zum Schweigen stets verpflichte.

Geliebte, laß den strengen Ernst sich mildern
Und lächle zu den leichten Dichterträumen,
Dem unbewußten Spiel, den Schattenbildern!

Der Sänger ruhet schlummernd oft im Kühlen,
Indes die Harfe hänget unter Bäumen
Und in den Saiten Lüfte säuselnd wühlen.

Ludwig Uhland