Pech

Zum Rainkohl schwebt die schöne Fliege.
Geplant war ein tätatät.
Aber sie kam wieder mal zu spät.
Der Käfer verwendet ihn schon als Liege.

Foto © E.A.Brokans

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Die blaue Blume

Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au’n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.

Joseph von Eichendorff

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Ob nun irgend eine Phantasieblume, die Kornblume oder die abgebildete Wegwarte die von Novalis in die Welt gepflanzte „Blaue Blume der Romantik“ ist, weiß ich nicht. Bei der Wegwarte könnte ich mir das durchaus vorstellen. Wächst sie doch, um ihren hohen Nährstoff- und Lichtbedarf zu befriedigen, bevorzugt ans Straßen- und Wegrändern. Bei der damals grassierenden Wanderlust (ihr wisst schon: „Im Frühstau zu Berge“ oder „Die Wanderer sind des Müllers Frust“ etc) ist ihnen die Wegwarte bestimmt ins romantische Auge gefallen. Zu Fuss sieht man einfach mehr und hat auch mehr Zeit sich Gedanken zu machen. Aber das ist ein anderes Thema.
Blaue Blume hin, Wegwarte her. Sie ist eine universelle und sogar kostenlose Heilpflanze, eine Verwandte des Chicoree. Aus ihren gerösteten Wurzeln wurde in Notzeiten der allseits beliebte Zichorienkaffee (aka Mukefuck) gebraut. Ebenso wirken ihre Wurzeln appetitanregend, harntreibend, die Verdauung fördernd und was weiß ich sonst noch alles.