Aktuelles von der Mannimenta 2017 (II)

Leider kann das neue Werk von G. Länder-Wehdam nicht  überzeugen. Eine müde Reminiszenz an die frühen Kracher seiner blauen Periode.  Bekanntermaßen ist sein Verhältnis zu Treppen und ihren Bauteilen äußerst ambivalent. In irgendeiner Form tauchen sie stets in seinen Instalationen  und Skulpturen auf.

Foto © e.a.brokans

Offensichtlich hat er sein jugendliches Missgeschick mit einem Treppengeländer und einem daraus hervorstehenden Nagel immer noch nicht restlos verwunden. Sogar sein Künstlername thematisiert dieses Malheur.

Falls jemand mit dem Wort Wehdam nichts anzufangen weiß, hier eine gesungene Erklärung:

Päonien-Update vom 16. Mai…

…es hat sich noch nicht viel getan.

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Dafür gibt es als Zugabe einen alten Song von Konstantin Wecker. Weiter unten findet ihr auch den Text. Bemerkenswert ist das Zitat am Ende, bei dem Konzertmitschnitt verwendete er ein anderes als das Goethe-Zitat des Originaltextes

Heit schaugn die Madln wia Äpfel aus

Du fahrst hoam, wenn die Nacht grad zuamacht
und nach Schimmel und Abfall riacht.
Und wia a gfälschte Madonna
zahnluckad umd Eckn kriacht.

Du bist dasig. Die Strich auf der Straßn
san eckad und kaum mehr zum seng.
Du schlafst ei, dann duads noch an Dumpfn –
und dann is halt scho um di gscheng.

Doch auf oamoi rollt ganz von da hintn
a Feierball in deine Augn.
Des wird a Dog, so wia koana!
Fahr ma zua, Bua – heut gibt’s was zum Schaugn:

Heit schaugn die Madln wia Äpfel aus,
heit is a glasiger Dog.
Heit laß I nix von meim Leem aus,
a wenn i’s grad heut ned vertrog.

Heit schaugn die Madln wia Äpfel aus,
heit is a glasiger Dog.
Heit laß I d‘ Welt ausm Käfig raus,
heit mach I mitm Leem an Vertrag.

Heit schaugn die Madln wia Sommer aus,
heit is a glasiger Dog.
Heit muaß I weit in die Wälder raus,
weil I mog, weil I mog, weil I mog!

Heit schaugn die Madln wia Engal aus.
Heit is a damischer Dog.
Heit fahr I gradwegs in Himmi nauf,
ohne Plog, ohne Plog, ohne Plog.

Alles geben die Götter, die unendlichen,
ihren Lieblingen ganz.
Alle Freuden, die unendlichen,
alle Leiden, die unendlichen, ganz.

© Konstantin Wecker

Eine kleine persönliche Anmerkung sei mir erlaubt: Kurz nachdem dieses Lied erschienen ist, besuchte ich ein Konzert von Konstantin Wecker. Auf dem Nachhauseweg passierte mir leider ein kleines Missgeschick. Menschen kamen zum großen Glück – im Gegensatz zum Lied – nicht zu schaden, aber mein mühsam zusammengespartes Auto hatte nach diesem Abend leider nur noch ein einziges Rendezvous. Mit der Schrottpresse. Trotzdem blieb dieses Lied eines meiner Lieblingslieder von K. Wecker.