Gelb

Sie [die Farbe Gelb]führt in ihrer höchsten Reinheit immer die Natur des Hellen mit sich und besitzt eine heitere, muntere, sanft reizende Eigenschaft.

[…]

So ist es der Erfahrung gemäß, daß das Gelbe einen durchaus warmen und behaglichen Eindruck mache. Daher es auch in der Malerei der beleuchteten und wirksamen Seite zukommt.

J.W. Goethe, Zur Farbenlehre

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Apropos Malerei: Vor 100 Jahren stieg der Blaue Reiter ein letztes Mal auf sein Pferd. Durchaus mit einer gewissen Begeisterung in den Krieg gezogen, wurde er durch die grauenhaften Erlebnisse und Verluste bald eines Besseren belehrt. Leider zu spät. Am 4. März 1916 starb ein großes Talent vor Verdun. Mit dem „Liegenden (gelben) Hund im Schnee“ sei auch hier kurz an ihn erinnert. Bildquelle: Zeno.org

Franz Marc, Liegender Hund im Schnee - gemeinfrei

Franz Marc, Liegender Hund im Schnee – gemeinfrei

Etwas versöhnliches zum Ausklang, eine Reminiszenz an meine Jugendzeit und die erste Liebe denn „Yellow was the colour of my first love’s hair“ (oder so ähnlich):

 

 

Oilithrigh / Pilger

Pilger

Wir warn nicht besoffen
Wir warn nicht bekifft
Wir warn nicht behext von Hexern
Wir warn nicht behext von Religion
Wir warn nicht auf Psychopharmaka
Wir habens nicht im Fernsehn gesehn
Wir habens nicht aus der Zeitung

Wir trabten den schmalen Steinpfad hinab nach Loch Deán
Satt mit körpereignem Serotonin
Lebend verschlungen vom Jetzt

Krokus und Koschenille am Weg, Böcke, Bremsen und Brummer

Einen Schritt nur entfernt von den Pilgern zu Caoimhín’s Zeiten
Einen Schritt nur entfernt davon die Welt zu verstehn

*Caoimhín: St. Kevin, mittelalterlicher Heiliger; ein alter Pilgerpfad verbindet sein Kloster mit Loch Deán

Michael Davitt
Irland
1950 – 2005

Aus dem irischen übersetzt von Barbara Köhler

Das Originalgedicht ist hier zu finden: http://www.lyrikline.org/de/gedichte/oilithrigh-2473#.VQgJekI7_gp

 

© mannigfaltiges 2015.03

© mannigfaltiges 2015.03

ein tummeln und b(r)ummeln…

Im Garten beim Spatzierengehn
Da sieht man Schneeglöckchen und Krokus stehn,
Woran sich fleißige Bienen tummeln
Und große brummelnde Hummeln bummeln.
– Doch unser Blumen= und Nektartrank
Steht oben im alten Aktenschrank!

Wilhelm Busch
Briefe an Wilhelm Everding

(Nein, ich habe mich nicht vertippt. Der Meister hat es so gewollt – oder er war doch etwas zu oft am Aktenschrank 🙂 )

© mannigfaltiges

© mannigfaltiges 2015.03