Lied des Harfenmädchens

Heute, nur heute
Bin ich so schön;
Morgen, ach morgen
Muß alles vergehn!

Nur diese Stunde
Bist du noch mein;
Sterben, ach sterben
Soll ich allein.

Theodor Storm

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Mehr zu Theodor Storm und v.a. zu diesem Gedicht finden Sie in dieser liebevollen Besprechung von Marcel Reich-Ranicki.

(Übrigens, im Bild hält sich ein Biber auf, aber leider taucht er gerade 😉  )

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Wenn die Rosen ewig blühten…

Wenn die Rosen ewig blühten,
Die man nicht vom Stock gebrochen,
Würden sich die Mädchen hüten,
Wenn die Burschen nächtlich pochen.

Aber, da der Sturm vernichtet,
Was die Finger übrigließen,
Fühlen sie sich nicht verpflichtet,
Ihre Kammern zu verschließen.

Friedrich Hebbel

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Hebbel, Friedrich, *1813, +1863, dt Dichter; seine bedeutendse Leistung sind seine Dramen, in denen er d. „furchtbare Notwendigkeit“ gestaltet, durch die Menschen nicht schuldhaft an der Wende einer Geschichtsepoche untergehen zugunsten der historischen Weiterentwicklung (Einfluß Hegels);
[…]
Quelle: Duden Lexikon G-O, Mannheim1962

Auf dieses Gedicht aufmerksam wurde ich, ansonsten nicht unbedingt ein großer Hebbel-Fan, durch Marcel Reich-Ranicki und seiner – posthum von Thomas Anz herausgegeben – Aufsatzsammlung „Meine Geschichte der deutschen Literatur“.
Erschienen ist das Buch bei der DVA bzw. der Büchergilde Gutenberg. Ich kann es nur wärmstens empfehlen.

Der Aufsatz über Friedrich Hebbel lässt sich aber auch hier lesen.