An die Waldvögel

Konnt mich auch sonst mitschwingen
Übers grüne Revier,
Hatt ein Herze zum Singen
Und Flügel wie ihr.

Flog über die Felder,
Da blüht‘ es wie Schnee,
Und herauf durch die Wälder
Spiegelt‘ die See.

Ein Schiff sah ich gehen
Fort über das Meer,
Meinen Liebsten drin stehen –
Dacht meiner nicht mehr.

Und die Segel verzogen,
Und es dämmert‘ das Feld,
Und ich hab mich verflogen
In der weiten, weiten Welt.

Joseph von Eichendorff

Foto © e.a.brokans

Foto © e.a.brokans

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Morgen am Ufer

Wie der See so lachend ruht!
Nicht ein Wellchen siehst du wallen.
Gleich smaragdenen Kristallen
Hellgeschliffen glänzt die Flut.

Bis zum tiefsten Grund hinab
Die erstaunten Augen gleiten.
Ihre stummen Heimlichkeiten
Lauschest du den Fischen ab.

Leise atmend ruht dein Herz
In der Morgenluft, der lauen,
Auch im Busen magst du schauen
Wie ein Spiel nur Lust und Schmerz;

Während dir zu Häupten sacht
Schwirrt im Ulmenbaum die Grille
Und der Wohlklang dieser Stille
Offnen Augs dich träumen macht.

Paul Heyse

Photo © e.a.brokans

Photo © e.a.brokans

Morgen am Ufer

Wie der See so lachend ruht!

Nicht ein Wellchen siehst du wallen.

Gleich smaragdenen Kristallen

Hellgeschliffen glänzt die Flut.

Bis zum tiefsten Grund hinab

Die erstaunten Augen gleiten.

Ihre stummen Heimlichkeiten

Lauschest du den Fischen ab.

Leise atmend ruht dein Herz

In der Morgenluft, der lauen,

Auch im Busen magst du schauen

Wie ein Spiel nur Lust und Schmerz;

Während dir zu Häupten sacht

Schwirrt im Ulmenbaum die Grille

Und der Wohlklang dieser Stille

Offnen Augs dich träumen macht.

Paul Heyse

© mannigfaltiges

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