Nein!

Der kunstblonde Rüpel war (noch) nicht am roten Knopf. Es ist auch nicht das Universum, welches uns hier um die Ohren fliegt.
Es ist nur eine vergehende Tulpe.

Photo © e.a. brokans

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Frühling (à la Ringelnatz)

Nicht nur im Februar, sondern auch schon im Januar.
Mit Tulpen statt mit Rosen, aber mit tropfenden Spargel aus Dosen.
Den Rest könnt ihr Euch denken, oder einfach schenken.

Frühling

Die Bäume im Ofen lodern.
Die Vögel locken am Grill.
Die Sonnenschirme vermodern.
Im übrigen ist es still.

Es stecken die Spargel aus Dosen
Die zarten Köpfchen hervor.
Bunt ranken sich köstliche Rosen
In Faschingsgirlanden empor.

Ein Etwas, wie Glockenklingen,
Den Oberkellner bewegt,
Mir tausend Eier zu bringen,
Von Osterstören gelegt.

Ein süßer Duft von Havanna
Verweht in ringelnder Spur.
Ich fühle an meiner Susanna
Erwachende neue Natur.

Es lohnt sich manchmal, zu lieben,
Was kommt, nicht ist oder war.
Ein Frühlingsgedicht, geschrieben
Im kältesten Februar.

Joachim Ringelnatz

Photo © e.a.brokans

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Tulpen, Tulpanen!

Wenn ihr im Sonnschein wanket, gleicht ihr meinen
Zwei Närrchen, den buntfarbig angetanen.

Friedrich Rückert
(aus den Kindertotenliedern / Ritornelle)

Photo © e.a.brokans

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Übrigens stammt die Gedichtform „Ritornell“ aus der volkstümlichen italienischen Dichtung. Sie umfaßt immer drei Zeilen. Um nun aus dem Zitat ein Ritornell werden zu lassen, muss natürlich die von mir als Überschrift verwendete erste Zeile mitgezählt werden.