Wege

Frage

Und
Stämme schlanken weiten Himmel
Und
Herzen schwanken brüten Schmerz
Und
Halme hauchen welle Stürme
Und
Schweigen schrickt
Und
Beugt und geht
Und
Gehen Gehen
Wege Ziele Richtung
Und
Gehen Gehen
Lieben Leben Tod
Und
Gehen Gehen
Endlos wellen Stürme
Und
Gehen Gehen
Endlos halmt
Das
Nichts.

August Stramm

Foto © e.a.brokans

August Stramm, 1874 – 1915.
Deutscher Lyriker und Dramatiker des Expressionismus. Eigentlich höherer Beamter bei der Post, kommt er nach ersten Gedichten mit Herwarth Walden in Kontakt. Beide werden Freunde und Stramm kann in Waldens Zeitschrift „Der Sturm“ seine Werke veröffentlichen. Bei Kriegsausbruch 1914 wird er als Hauptmann der Reserve eingezogen. Im August 1915 kann Walden eine Befreiung Stramms vom Militärdienst erwirken. Dieser lehnt allerdings ab und stirbt am 1.September 1915 an einem Kopfschuss.

Quelle: Zeno.org